Dexheimer Inside

Irgendwo zwischen Renovieren und Kernsanieren

Das Blog über Familiengründung und Leben im Altbau, Erfolge und Mißerfolge beim angewandten Heimwerken aus Sicht eines Informatikers.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Es bewegt sich!

Als ich vor geraumer Zeit den Boden der Durchreiche einbaute, hatte ich sehr viel Wert auf eine Nullfuge gelegt. Man hätte kein Blatt Papier zwischen die Küchenarbeitsplatte und deren Erweiterung stecken können. Jetzt könnte man eine Zweieuromünze verlieren, so groß ist der Spalt geworden. Entweder es hat sich irgendwas gesetzt, die Küchenzeile wandert durch die Gegend oder das ganze Haus bewegt sich. Aber dann müssten sich doch eigentlich auch Risse im Putz zeigen, oder? .. . Ah, richtig, da sind ja auch Risse im Putz,.. auf der anderen Seite. Da hat sich wohl die Rigipswand ein wenig gesetzt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Kann man aber auch nicht ändern. Ist halt so. Es gibt Schlimmeres. Beispielsweise ein Weihnachtsfest mit einem Loch in der Wand ich meine natürlich einer nicht fertiggestellten Durchreiche. Da fehlten noch ein paar Bretter an den Seiten. Also musste ich noch schnell vor dem großen Konsumfest Hand anlegen, um den Seelenfrieden aller zu bewahren.


Mittwoch, 9. Dezember 2009

Über Bettfunktion und Rabattfallen

Angelockt vom Werbeprospekt eines großen Möbelhauses in unserer Region trauten auch wir uns mal wieder an einem Samstag in den prächtigen Konsumtempel an der A5. Der Prospekt versprach unglaubliche Preisnachlässe auf KatzenfutterPolstermöbel, und eine neue Couch könnten wir wirklich gut gebrauchen.

Das angepriesene Modell aus dem Aktionsprospekt stand natürlich gleich in der ersten Reihe und wir waren uns auch fast sicher, dass dies unsere Couch werden würde - wenn da nicht noch der Preis wäre. Aber sehr zu meiner Freude durfte ich feststellen, dass man dort keinesfalls übers Geld redet, sondern stattdessen ausschließlich lustige Rechenspielchen mit Rabatten und aufpreispflichtigen Optionen veranstaltet. Alles andere wäre auch viel zu leicht. Am Ende könnte man sonst einfach die Preise vergleichen.

Ich will versuchen, ganz kurz das Kernproblem zu umreißen, aus dem sich das nachfolgende Verkaufsgespräch erspann: Die Couch aus dem Angebotsprospekt gefiel uns mitsamt dem Preis schon ganz gut, nur wollten wir ein Anbauteil weniger und auch einen anderen Bezugsstoff. Der Verkäufer rechnete uns auch sogleich den neuen Preis aus und der lag gerade mal bei ungefähr 150% des Angebotspreises, obwohl wir ja eigentlich weniger Möbel kaufen wollten, als das ursprüngliche Angebot enthielt. Das sollte uns der Verkäufer bitte erstmal erklären, und das tat er dann auch:

Das Aktionsmodell beinhaltete einen Rabatt von 59% zuzüglich Lieferung, denn Aktionspreise sind dort Abholpreise. Andere Bezugsstoffe gab es für einen pauschalen Aufpreis. Eine komplette Wunschkonfiguration dagegen hätte zwar schon automatisch die Lieferung beinhaltet, aber es hätte nur(!) 35% Basisrabatt(!!) und an diesem Samstag zusätzlich 10% Sonderrabatt(!!!) gegeben. Macht zusammen nur 45% Rabatt - wir müssten also mehr bezahlen. 25% weniger Möbel und 14% weniger Rabatt = mehr $$! Logisch, oder nicht? Das sahen wir natürlich nicht ein. Der Verkäufer fing an herumzudrucksen und fragte dann schließlich, ob wir nicht jemanden kennen würden, der in diesem Möbelhaus arbeiten würde. Ab Montag gäbe es nämlich eine Supersondermitarbeiterrabattaktion mit 18% Rabatt... Noch bevor ich das Gehörte ein wenig setzen lassen konnte, konterte <Frau> mit messerscharfen Verstand, dass wir ja jetzt *IHN* - also den Verkäufer - kennen würden und ob wir gleich gehen und am Montag wiederkommen sollten. Er druckste wieder und meinte, er könne den Montagsrabatt ja auch schon heute eintippen, dass würde dann jetzt 35% + 18% + 3% Skonto = 56% Rabatt inkl. Lieferung und Bezugsstoff nach Wahl machen und ob wir die Couch nun jetzt kaufen wollen? Ich wollte eigentlich noch nach der Bettfunktion fragen, aber das hätte vermutlich meine koginitven Fähigkeiten an diesem Samstag überschritten. Sei es drum, wieviel kostet das dann jetzt, wenn die Frage noch erlaubt ist?

Freitag, 4. Dezember 2009

Meteoritenschutzschild

Jahrzehntelang durch UV-Einstrahlung geschwächt, von Wind und Wetter gezeichnet und schließlich durch einen Garfield-ähnlichen Fellmeteoriten durchschlagen, war die Zeit für unser altes Vordach gekommen. Eigentlich sollte es durch etwas Stilvolleres ersetzt werden, aber weil das Aufhübschen von Fassade, Anbauten und Außenanlagen noch lange nicht auf dem Plan steht, kam letztlich aus rationalen und auch haushalterischen Erwägungen heraus nur die einfachste Materialerhaltungsstufe in Frage, d.h. Austausch der Eindeckung aus Well-Kunststoff. Gesamtkosten: ca 50,- Euro. 20,- für die vier gewellten Quadratmeter und 30,- für eine Tüte Montagematerial mitsamt Edelstahlschrauben - eine Frechheit nenne ich das.

Besten Dank an meinen Schwager für die Hilfe beim Eindecken!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Elektroschocktherapie

Irgendwann ist mal Schluss. Ewig wollten wir uns das Elektrogestrüpp im Obergeschoss auch nicht ansehen und Putz musste schließlich auch mal an die Wand, weil das ja sonst mit der Tapete nichts wird... Da gab es nur einen Ausweg: Jetzt oder nie. Also haben wir mal mal eben die Elektro-Schose in die Reihe gebracht und verputzt, solange die Ausgleichsmasse noch am aushärteten war: Erst die Kabel festnageln, dann die groben Fehlstellen zuwerfen, dann nochmal Gipsputz um anschließend mit Flächenspachtel den bestmöglichen Übergang zu spachteln, dass die Wand wieder wie aus einem Stück ausschaut - zwangsläufig ein Kompromiss. Zwischendurch haben wir schon mit dem Verlegen des Parketts begonnen, Brüstungskanäle montiert und tapeziert. Informatiker sprechen dabei von Interleaving: Dabei wechselt man immer schön von einer Tätigkeit zur nächsten, um Warte- und Trockungszeiten besser zu nutzen: Das heißt quasi-parallel den Estrich trocknen lassen, die Elektrik vertüdeln, das Parkett verlegen, einen Extra-Lichtschalter setzen, die Wand verputzen, Tapezieren, weiter Parkett legen, Kabelkanäle anschrauben und ein bisschen Farbe durch die Schablone stupsen, damit es nachher auch schön anzusehen ist. Falls genügend Helfer zur Hand sind, geht das natürlich auch gleichzeitig. Es spielten mein Nachbar Nadim an der Kelle, Vatti an der Tapetenrolle, unsere Brüder an der Kappsäge und <Frau> an Rolle und Pinsel. Allen zusammen meinen besten Dank!





Dienstag, 1. Dezember 2009

Auf Sparflamme mit Batteriebetrieb

Ich bin gerade dabei, unsere gesamte Heizungsanlage auf Batteriebetrieb umzurüsten: batteriebetriebene Funkthermostate, batteriebetriebene Ventilstellantriebe, batteriebetriebene Tür-/Fenstermelder, alles von ELV. Ich verspreche mir davon, aus der alten Gastherme noch das letzte Quäntchen Komfort und Energieeinsparung heraus zu kitzeln, soweit das möglich ist. So wie es vorher war, konnte es jedenfalls nicht bleiben. Die Therme ist mir einfach zu doof. Die Möglichkeiten zur Einflussnahme beschränkten sich auf Einschalten, Ausschalten und die freie Wahl der Vorlauftemperatur - fix! Keine Zeitschaltuhr, geschweige denn ein Wochenprogramm, auch kein Raumfühler, kein Außenfühler, keine Uhr, keine Nachtabsenkung, keine Einzelraumregelung - von den klassischen Handthermostatventilen mal abgesehen. Ich meine, für Informatikerverhältnisse geht das gar nicht. Echte Informatiker brauchen mehr Eigenintelligenz in allen Sensoren und Aktoren, mehr Regelkreise, verteilte Systeme, jede Menge Mikrocontroller, autonome Sensorknoten, ein Datenübertragungsprotokoll, eine Hauszentrale, Funk-Gateways mit USB-Schnittstellen, aber ich gerate schon wieder ins Schwärmen.
Fangen wir doch erstmal mit den wirklich sinnvollen Dingen an. Immerhin funktioniert jetzt dank Nachrüstung eines Wärmebedarfsrelais FHT8W auch die Abschaltung des Brenners bei Nachtabsenkung. Das Teil horcht auf dem Funkkanal die Steuerbefehle sämtlicher Raumregler ab und gibt den Brenner erst dann frei, wenn es mindestens einem Regler zu kalt ist. Das bringt ein wenig Ruhe in die gute Stube und ist gleichzeitig eine nette Basis für den weiteren Ausbau.

Montag, 30. November 2009

Glänzende Aussichten

Das Jahr neigt sich dem Ende, die Winterreifen sind aufgezogen, die Regenrinnen freigeräumt, der Gartenwasseranschluss entwässert, die Heizung brummt. Jetzt kann der Winter kommen. Doch halt, da war ja noch was. Der Dachanschluss vor unserem neuen Fenster im Obergeschoss: Bevor sich dort die ersten Schneewehen anlagern und Schmelzwasser unter das Dach tropft, müsste man noch schnell etwas unternehmen. Ich wollte ja erst mit Holz,... aber mein Schwager meinte berufsbedingt ... mit Blech ... ginge es schneller. Wie er meint, jetzt haben wir jedemenge Aluminiumblech rund ums Fenster herum. Das spiegelt das Sonnenlicht auch schön von allen Seiten ins Haus herein und macht gleich doppelt so hell. Kein marodes Holz und auch kein Sichtbeton mehr. Besten Dank an Mr. Flex!

Freitag, 23. Oktober 2009

Über Tastsinn und Unsinn

Wo wir doch gerade schon mal dabei sind. Fehlte hier nicht immer noch ein Lichtschalter? Sind wir es nicht langsam leid, uns des Nachts erst quer durch den Raum tasten zu müssen, um auf der anderen Seite den erhellenden Lichtschalter zu finden? Liegt nicht immer irgendwo ein Spielzeug im Weg, das man zwar nicht sehen, aber leicht durch Kontaktgeräusch und Schmerzgefühl an Fuß und/oder Zehen erraten kann? Wer hat denn hier bitte die Elektrik geplant? So ein Unsinn. Schön ist das nicht. Wie lange würde es wohl brauchen, mal eben schnell ein Kabel auf die andere Seite zu werfen? Man bräuchte ja nur ein paar Nut&Feder-Bretter herausnehmen und die Deckenverkleidung öffnen, ein kleines Stück Tapete abkratzen, dem süßlich mahlenden Geräusch des Dosenbohrers lauschen, wie er sich durch mürbe Bausubstanz schraubt, ein paar Nagelschellen suchen, ein bisschen Gips anrühren, neue Tapete ab- und frische Farbe aufrollen - fertig. Eigentlich eine Sache von Minuten, wenn man nur nicht immer zwischendurch noch anderes zu erledigen hätte...