
Jeder Informatiker sollte eine haben, denn was dem Gärtner sein Gewächshaus ist dem Informatiker seine
Sandbox. Hier lassen sich auch gewagte Architekturen testweise umsetzen. Schließlich bleiben Einstürze in der "freien experimentellen Spielumgebung" ohne Effekt auf das umgebende System. Leider gelten auch für Experimente in der Sandbox gewisse Grenzen. Lässt man beispielsweise die ohnehin nur endliche Menge an Sand außen vor, ist die maximal mögliche Bauhöhe doch vor allem durch das Fehlen von Zement als Druckfestigkeit erhöhende Maßnahme begrenzt. Vermutlich baut man deswegen auch vorwiegend Sandburgen. Im Mittelalter konnte man schließlich auch nicht sehr hoch bauen. Trotz all dieser oder vielleicht auch gerade wegen dieser Limitierungen ist Sandburgenbau ein hochgradig kreativer Prozess - quasi Kunst. Man könnte auch direkt eine
Wissenschaft daraus machen, wenn es noch keine gäbe (die Physik feuchter Granulate). Aber wie meinte doch Goethe sinngemäß:
Kunst und Wissenschaft sind oft gebrauchte Worte, deren genauer Unterschied selten verstanden wird.
Sei es drum. Offensichtlich ist auch, dass eine Sandburg immer etwas über ihren Erbauer verrät. Welche Rückschlüsse die gestalterische und handwerkliche Ausführung einer Sandburg allerdings auf dessen fachliche Fertigkeiten erlaubt, bleibt fraglich. Aber warum sollte man anders Burgen bauen, als man programmiert? Ich tue mir beispielsweise mit der Gestaltung realisitischer Burgzinnen wahnsinnig schwer. Das zu deuten sei dem geneigten Leser selbst überlassen.
2 Kommentare:
passt schon: formless function
Hier der Link zu einem passenden Spiegel-Interview mit einem Physiker vom Max-Planck-Institut für Strömungsforschung über Sandburgen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,307572,00.html
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