Dexheimer Inside

Irgendwo zwischen Renovieren und Kernsanieren

Das Blog über Familiengründung und Leben im Altbau, Erfolge und Mißerfolge beim angewandten Heimwerken aus Sicht eines Informatikers.

Sonntag, 22. Juli 2007

Die Dexheimerskala

Zahlen, Zahlen, Zahlen. Ich werde immer wieder gefragt, wie weit ich denn mittlerweile wäre. Was soll man da antworten? Etwa: "Hmm, das hängt davon ab..." oder "Fertig? Womit genau?". Was der Welt m.E. eindeutig fehlt, ist eine geeignete Metrik, welche die Verhältnismäßigkeit realer Fortschritte im Einklang mit dem subjektiven Bauchgefühl auszudrücken vermag. Hier mal ein Versuch einer solchen Metrik ohne Anspruch auf mathematisch-technische Relevanz.

Die „beidseitig logarithmisch extrapolierte Dexheimerskala" (bloeD) bezeichnet eine neuartige und irreführenderweise uneindeutig benannte Metrik (bloeDe-Methode) zur Messung des subjektiven Fertigstellungsgrades beliebiger Arbeitsprojekte ohne absehbares Ende. Die spezielle Varianz der Skalengrenzen und –einteilung trägt sowohl Momenten der Euphorie als auch völliger Verzweiflung Rechnung. Zudem sind der von der bloeD-Skala abgeleitete bloeD-Faktor (fbloeD) und die bloeD-Einheit [bloeD] als Hilfsmaßeinheit weitere Mittel zum Ausdruck konkreter Erfolge und Misserfolge im Gesamtprojekt. Die logisch nur bedingt nachvollziehbare bloeD-Skala trotzt jedem Versuch einer linearen, logarithmischen oder exponentiellen Einteilung. Dies ermöglicht die prinzipielle Anwendbarkeit des bloeD-Faktors sowohl bei endlosen Projekten jeglicher Art im Allgemeinen, als auch beim angewandten Heimwerken (agwH), wie z.B. der Modernisierung von Altbauten in Eigenleistung, im Speziellen. Unter der Nennung jeweils willkürlich wählbarer Skalengrenzen ist der bloeD-Faktor ein geeignetes Mittel, die in der Natur solch gearteter Projekte liegende statistisch beeindruckende Häufung von Fortschritten und Rückschlägen auszudrücken. Dabei besitzt der bloeD-Faktor lokal betrachet eine inhärent stetige Eigenschaft, die dem Projektfortgang oder –stillstand reflektiert. Die Varianz der Skalenteilung gewährleistet, dass trotz lokal stetiger Entwicklung im Auge des objektiven Betrachters niemals der Anschein eines grundlegend sprunghaften Charakters verloren geht.

In der Praxis wird zum Ausdruck des bloeD-Faktors meist eine Natürliche Zahl unter Konnotation willkürlicher Skalengrenzen genannt. Für den Ausdruck außergewöhnlich geringer Erfolge ist allerdings auch die Nennung des bloeD-Faktors mit der Genauigkeit auf den zehnten Teil eines bloeD möglich (Dezi-bloeD). Dies ist jedoch eher unüblich, da eine maßlose Verzerrung der Skalengrenzen denselben Effekt bewirkt.

Notation
x bloeDa,b oder auch x bloeD[a..b] bezeichnet einen bloed-Faktor von x bloeD im nach oben offenen Intervall [a..b[ auf der nur bedingt logisch erfassbaren Dexheimerskala mit x { i | a i < b }.

So bezeichnet beispielsweise 7 bloeD[3..11] einen bloed-Faktor von 7 bloeD im Intervall[3..11] auf der beschränkt logischen Dexheimerskala. Beachte: 11 kann hier niemals erreicht werden.

Beispiel Einbauküche

  • 1 bloeD[1..3] - Ausdruck von Zuversicht zum Montagebeginn
  • 2 bloeD[1..3] - Nach der Mittagspause
  • 99 bloeD[0..100] - euphorisches Hoch nach Fertigstellung zwei Wochen später
  • 99 bloeD[99..200] - anschließende Ernüchterung im Anblick notwendiger Detailarbeiten

Beispiel Flur

  • 1 bloeD[0..10] – Mal eben kurz die Gasleitung unter Putz legen
  • 2 bloeD[0..20] – Beschluss, dass die Decke auch noch weg soll
  • 3 bloeD[0..30] – Feststellung, dass ohne fertige Elektrik, kein Gramm Rigips an Wand und Decke gespaxt werden kann.
  • 99 bloeD[0..100] - Frohlocken beim Anblick der frischen Tapete