Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn, bevor doch noch ein Kind auf die Idee kommt, die Subs mit dem Schraubendreher zu perforieren - von den Möglichkeiten einer Katze ganz zu schweigen - brauchte ich dringend adäquaten Ersatz. Von THX zertifizierten X.1 Dolby-Surround-Würfelchen und aktiven Subwoofern möchte ich in nächster Zeit bitte erstmal nichts mehr hören - zu kompliziert, zuviele Kabel, überbewertet. Stereo sollte es schon sein. Und bitte groß, ich möchte im Obergeschoss auch noch
Aber hatten wir da nicht neulich erst aus einer Haushaltsauflösung ein Paar stark ramponierter Charlys and Land gezogen? Wem das nichts sagt: Die Charlys sind definitiv eine Hifi-Legende der Firma Audioplay aus den 80ern. Das war zwar vor meiner Zeit, aber sicher überliefert ist, dass sie wegen ihrer kreativen Pappröhren-Konstruktion schon damals in Hifi-Kreisen - gelinde ausgedrückt - stark umstritten waren. Für mich als grenzaudiophilen Menschen natürlich kein Problem. Hier die Eckdaten: geschlossenes 3-Wege-System, 80l-Gehäuse (ca 1m hoch, 35cm Durchmesser), liegend eingebauter 300er Sub. Kann man auch heute noch kaufen. Kostet dann aber Geld.
Die Idee: Sorgenfrei durch emotionale Entkopplung! Der Zustand der Charlys war nicht gerade ansehnlich: stark vergilbt und wellig durch Wasserschaden. Hier könnte die Dame des Hauses eigentlich sorglos Blumen draufstellen und gießen, die Katze Ihre Krallen wetzen, die Kinder Gummibärchen drankleben, was auch immer. Das sollte mich alles nur peripher tangieren. Nur so berauschend der Plan auch klingen mag, wer stellt sich schon gerne freiwillig Sperrmüll ins Wohnzimmer? So ging es also nicht. Ich hatte es schon ziemlich erfolglos mit Putzen versucht, als ich überraschend feststellen durfte, dass das Finish der Lautsprecher nur aus einer selbstklebenden Folie besteht, die sich relativ einfach ersetzen ließ. An dieser Stelle meinen großen Dank an Maik von der beoranged GmbH, der uns diesen Umbau zum Schmuckstück mit WAF-förderlichen Blümchenaufdruck erst ermöglicht hat.

Merke: Miese Handyvideos werden auch durch Konvertieren nicht besser. So kann man bestenfalls erahnen, dass die Box wackelt und bei jedem neuen Versuch Blütenblätter rieseln. Test-Track war Peter Fox' aktuelles Album "Stadtaffe", Track #4 "Kopf Verloren", Position 02:52.


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