Dexheimer Inside

Irgendwo zwischen Renovieren und Kernsanieren

Das Blog über Familiengründung und Leben im Altbau, Erfolge und Mißerfolge beim angewandten Heimwerken aus Sicht eines Informatikers.

Freitag, 29. Mai 2009

Die Geschichte vom tapferen Breitbandkabelmann - Erstes Kapitel

So, lehnt Euch zurück, schließt die Augen und spitzt Eure Ohren. Ich erzähle Euch jetzt die Geschichte vom tapferen Breitbandkabelmann.

Es war einmal ein junger, motivierter und williger Kabeltechniker, der im ganzen Land mit seinem schnellen Auto umherdüste, um den Leuten Telefon und Internet über ihren Kabelanschluss zu installieren. Eigentlich hatte der junge Mann einen ganz anderen Beruf gelernt, nämlich Hotelfachmann. Weil er aber keine passende Anstellung gefunden hatte, die ihm Spaß gemacht hätte oder wenigstens das Geld wert gewesen wäre, hat er in seiner Not einfach zum Kabeltechniker umgelernt. Das ist gar nicht schwer und vielleicht machen das auch andere Hotelfachmänner - ich kann es nicht genau sagen. Jedenfalls hat er sich von einem erfahrenen Kabelmeister alles ganz genau erklären lassen und genau abgeguckt, wie man all die Kabel zusammentüdeln muss, damit es nachher funktioniert. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend aus, wirkt aber aus seinem Munde noch deutlich verwirrter.

So ein Kabeltechniker hat einen ganz tollen Baukasten mit vielen lustigen Teilen drin, die alle unterschiedliche Signaldämpfungswerte haben und auch so ein Messgerät, mit dem er kontrollieren kann, ob das Kabelende auch genügend Saft hat, damit das Internet später nicht ruckelt. Eigentlich ist das auch gar nicht schwer, denn er braucht ja nichts neu zu erfinden, sondern einfach nur solange Teile aus seinem Baukasten zusammenstöpseln, bis sein Messgerät anzeigt, dass alles gut ist.

Eines Tage kam er zu einem uralten Häuschen und wollte den Bewohnern dort mal eben das Internet installieren. Die Bewohner empfingen ihn auch gleich mit viel Jubel und voller Freude, weil sie sich einfach so anstelle des vereinbarten Vormittags auch mal eben einen ganzen Tag Urlaub nehmen konnten, um diesen dann größtenteils mit Warten auf den Kabelmann zu verbringen. Das macht den meisten Leuten überhaupt nichts aus, denn der Kabelmann hatte am Vortag einen bösen Motorschaden an seinem Auto und musste deshalb heute mit einem mickrigen Kleinwagen vorlieb nehmen, der nicht so schnell fahren kann und dann auch noch alle liegen gebliebenen Aufträge vom Vortag abarbeiten. Das war verständlicherweise furchtbar frustrierend und stressig für ihn, das kann man schon entschuldigen.

Im Haus stieg er sogleich eilends die schmale Treppe Stufe um Stufe in den dunklen und muffigen Gewölbekeller hinab. Dort hatten ihm die Bewohner freundlicherweise schon den Platz freigeräumt und auch ein Brettchen an die Wand gedübelt, damit der Kabelmann nur noch seine drei Sachen draufspaxen und seine Zeit nicht mit der fiesen Natursteinmauer verplempern muss, in der sowieso jedes Bohrloch verrutscht und Dübeln wirklich keinen Spaß macht. Weil er das aber nicht gleich begriffen hatte, packte der junge Kabelmann seine Bohrmaschiene aus und setzte erstmal in alter Gewohnheit und ohne zu zögern zwei Dübel in meine schöne Leimholzplatte, hat dann aber auf meinen Hinweis dankend mein Kistchen mit den Spaxschrauben angenommen und auch gleich eingesehen, dass das nicht unbedingt sein muss. Ich habe dann auch nur freundlich gelächelt und gar nichts weiter dazugesagt. Naja, er hat dann seine drei Sachen mehr oder weniger ordentlich aufs Brett gewatzt und alles durchgemessen. Jetzt brauchte er eigentlich nur noch das Modem und die Kiste vom Fritz anschließen, freischalten und testen. Wie das nun aber mit komplizierter Technik eben so ist, klappt das manchmal einfach nicht auf Anhieb und dann muss der gute Mann eben morgen nochmal vorbeikommen.

Zwischendurch hing der arme Kabelmann selbst zusammengenommen bestimmt eine gute Stunde in der Warteschleife seines Auftraggebers, um irgendwas freischalten zu lassen, weil er das selbst nicht konnte. Nebenher musste er natürlich mehrfach den nächsten wartenden Kunden auf später vertrösten, der auch schon auf Distanz deutlich hörbare cholerische Anfälle am Hörer nicht mehr länger unterdrücken konnte. Vermutlich hatte der keine freien Urlaubstage mehr, aber davon erzähle ich Euch ein andermal mehr...

...to be continued...