Dexheimer Inside

Irgendwo zwischen Renovieren und Kernsanieren

Das Blog über Familiengründung und Leben im Altbau, Erfolge und Mißerfolge beim angewandten Heimwerken aus Sicht eines Informatikers.

Samstag, 30. Mai 2009

Neulich im Baumarkt...

...spricht mich ein anderer Kunde an und fragt absolut souverän, ob man hier auch Bitumenschindeln führen würde?

Leider war ich nicht schnell genug, um ebenso souverän mit "Bin ich Moses? Wächst mir Gras aus der Tasche?" o.ä. zu kontern. Ich war einfach zu perplex. Bin ich etwa zu oft im Baumarkt einkaufen, dass mich Gelegenheitseinkäufer schon für einen Fachverkäufer halten müssen?

Tilt!

Freitag, 29. Mai 2009

Die Geschichte vom tapferen Breitbandkabelmann - Erstes Kapitel

So, lehnt Euch zurück, schließt die Augen und spitzt Eure Ohren. Ich erzähle Euch jetzt die Geschichte vom tapferen Breitbandkabelmann.

Es war einmal ein junger, motivierter und williger Kabeltechniker, der im ganzen Land mit seinem schnellen Auto umherdüste, um den Leuten Telefon und Internet über ihren Kabelanschluss zu installieren. Eigentlich hatte der junge Mann einen ganz anderen Beruf gelernt, nämlich Hotelfachmann. Weil er aber keine passende Anstellung gefunden hatte, die ihm Spaß gemacht hätte oder wenigstens das Geld wert gewesen wäre, hat er in seiner Not einfach zum Kabeltechniker umgelernt. Das ist gar nicht schwer und vielleicht machen das auch andere Hotelfachmänner - ich kann es nicht genau sagen. Jedenfalls hat er sich von einem erfahrenen Kabelmeister alles ganz genau erklären lassen und genau abgeguckt, wie man all die Kabel zusammentüdeln muss, damit es nachher funktioniert. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend aus, wirkt aber aus seinem Munde noch deutlich verwirrter.

So ein Kabeltechniker hat einen ganz tollen Baukasten mit vielen lustigen Teilen drin, die alle unterschiedliche Signaldämpfungswerte haben und auch so ein Messgerät, mit dem er kontrollieren kann, ob das Kabelende auch genügend Saft hat, damit das Internet später nicht ruckelt. Eigentlich ist das auch gar nicht schwer, denn er braucht ja nichts neu zu erfinden, sondern einfach nur solange Teile aus seinem Baukasten zusammenstöpseln, bis sein Messgerät anzeigt, dass alles gut ist.

Eines Tage kam er zu einem uralten Häuschen und wollte den Bewohnern dort mal eben das Internet installieren. Die Bewohner empfingen ihn auch gleich mit viel Jubel und voller Freude, weil sie sich einfach so anstelle des vereinbarten Vormittags auch mal eben einen ganzen Tag Urlaub nehmen konnten, um diesen dann größtenteils mit Warten auf den Kabelmann zu verbringen. Das macht den meisten Leuten überhaupt nichts aus, denn der Kabelmann hatte am Vortag einen bösen Motorschaden an seinem Auto und musste deshalb heute mit einem mickrigen Kleinwagen vorlieb nehmen, der nicht so schnell fahren kann und dann auch noch alle liegen gebliebenen Aufträge vom Vortag abarbeiten. Das war verständlicherweise furchtbar frustrierend und stressig für ihn, das kann man schon entschuldigen.

Im Haus stieg er sogleich eilends die schmale Treppe Stufe um Stufe in den dunklen und muffigen Gewölbekeller hinab. Dort hatten ihm die Bewohner freundlicherweise schon den Platz freigeräumt und auch ein Brettchen an die Wand gedübelt, damit der Kabelmann nur noch seine drei Sachen draufspaxen und seine Zeit nicht mit der fiesen Natursteinmauer verplempern muss, in der sowieso jedes Bohrloch verrutscht und Dübeln wirklich keinen Spaß macht. Weil er das aber nicht gleich begriffen hatte, packte der junge Kabelmann seine Bohrmaschiene aus und setzte erstmal in alter Gewohnheit und ohne zu zögern zwei Dübel in meine schöne Leimholzplatte, hat dann aber auf meinen Hinweis dankend mein Kistchen mit den Spaxschrauben angenommen und auch gleich eingesehen, dass das nicht unbedingt sein muss. Ich habe dann auch nur freundlich gelächelt und gar nichts weiter dazugesagt. Naja, er hat dann seine drei Sachen mehr oder weniger ordentlich aufs Brett gewatzt und alles durchgemessen. Jetzt brauchte er eigentlich nur noch das Modem und die Kiste vom Fritz anschließen, freischalten und testen. Wie das nun aber mit komplizierter Technik eben so ist, klappt das manchmal einfach nicht auf Anhieb und dann muss der gute Mann eben morgen nochmal vorbeikommen.

Zwischendurch hing der arme Kabelmann selbst zusammengenommen bestimmt eine gute Stunde in der Warteschleife seines Auftraggebers, um irgendwas freischalten zu lassen, weil er das selbst nicht konnte. Nebenher musste er natürlich mehrfach den nächsten wartenden Kunden auf später vertrösten, der auch schon auf Distanz deutlich hörbare cholerische Anfälle am Hörer nicht mehr länger unterdrücken konnte. Vermutlich hatte der keine freien Urlaubstage mehr, aber davon erzähle ich Euch ein andermal mehr...

...to be continued...

Donnerstag, 28. Mai 2009

Blümchensprecher

Es exisiert eine wohlbekannte Problematik bezüglich großer Wohnzimmer-Hifi-Lautsprecher im direkten Zusammenhang mit Kindern, Katzen und dem immer wieder gerne angeführten WAF. Wobei letzteres in diesem Fall garnicht ins Gewicht fiel. Es waren die Kinder und die Katze, welche mir Angst und Bange um die guten alten Sony APM-Lautsprecher aus den 80ern (schwarz, eckig, hässlich, aber super Sound) haben werden lassen. Leider waren es nicht meine Eigenen und als ich mir der Problematik bewusst wurde und sie zurückgeben wollte, hatte sich unsere Große bereits "eindrucksvoll" in einer der Alu-Membranen verewigt. Es tut mir wirklich leid, Brüderchen. Ich hoffe, Du kommst darüber hinweg.

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn, bevor doch noch ein Kind auf die Idee kommt, die Subs mit dem Schraubendreher zu perforieren - von den Möglichkeiten einer Katze ganz zu schweigen - brauchte ich dringend adäquaten Ersatz. Von THX zertifizierten X.1 Dolby-Surround-Würfelchen und aktiven Subwoofern möchte ich in nächster Zeit bitte erstmal nichts mehr hören - zu kompliziert, zuviele Kabel, überbewertet. Stereo sollte es schon sein. Und bitte groß, ich möchte im Obergeschoss auch noch den Boden beben spüren was hören können.

Aber hatten wir da nicht neulich erst aus einer Haushaltsauflösung ein Paar stark ramponierter Charlys and Land gezogen? Wem das nichts sagt: Die Charlys sind definitiv eine Hifi-Legende der Firma Audioplay aus den 80ern. Das war zwar vor meiner Zeit, aber sicher überliefert ist, dass sie wegen ihrer kreativen Pappröhren-Konstruktion schon damals in Hifi-Kreisen - gelinde ausgedrückt - stark umstritten waren. Für mich als grenzaudiophilen Menschen natürlich kein Problem. Hier die Eckdaten: geschlossenes 3-Wege-System, 80l-Gehäuse (ca 1m hoch, 35cm Durchmesser), liegend eingebauter 300er Sub. Kann man auch heute noch kaufen. Kostet dann aber Geld.

Die Idee: Sorgenfrei durch emotionale Entkopplung! Der Zustand der Charlys war nicht gerade ansehnlich: stark vergilbt und wellig durch Wasserschaden. Hier könnte die Dame des Hauses eigentlich sorglos Blumen draufstellen und gießen, die Katze Ihre Krallen wetzen, die Kinder Gummibärchen drankleben, was auch immer. Das sollte mich alles nur peripher tangieren. Nur so berauschend der Plan auch klingen mag, wer stellt sich schon gerne freiwillig Sperrmüll ins Wohnzimmer? So ging es also nicht. Ich hatte es schon ziemlich erfolglos mit Putzen versucht, als ich überraschend feststellen durfte, dass das Finish der Lautsprecher nur aus einer selbstklebenden Folie besteht, die sich relativ einfach ersetzen ließ. An dieser Stelle meinen großen Dank an Maik von der beoranged GmbH, der uns diesen Umbau zum Schmuckstück mit WAF-förderlichen Blümchenaufdruck erst ermöglicht hat.




video
Merke: Miese Handyvideos werden auch durch Konvertieren nicht besser. So kann man bestenfalls erahnen, dass die Box wackelt und bei jedem neuen Versuch Blütenblätter rieseln. Test-Track war Peter Fox' aktuelles Album "Stadtaffe", Track #4 "Kopf Verloren", Position 02:52.

Montag, 25. Mai 2009

Energiesparwahnsinn

Wirkungsgrad hin oder her - wenn mein Geldbeutel leer läuft, wandelt sich meine Begeisterung für Energiesparlampen zunehmend in Ernüchterung. So wie es aussieht, haben wir uns da nämlich einen kleinen Fehlkauf geleistet. Angeregt vom Werbeprospekt eines Mannheimer Großmöbelhauses haben wir uns gleich drei tolle neue Leuchten mit ebenso tollen Energiesparleuchtmitteln geleistet.

Leider waren wir scheinbar nicht genug auf der Hut und haben sozusagen die Katze im Sack gekauft. Wie sich nämlich herausstellte, sind die verbauten Leuchtmittel ein wenig - sagen wir ruhig - exotisch. Allem Anschein nach stammen sie von irgendeinem chinesischen Hersteller, dessen Name weder auf dem Leuchtmittel noch auf dessen Verpackung zu finden war. Die Bauform mit in einem Glasdekorkörper integrierten Leuchtstoffwendeln für den GU10-Sockel scheint auch recht marktuntypisch. Ist dieser Sockel nicht eigentlich für Halogenleuchtmittel gedacht? Außer in besagten Möbelhaus habe ich die Teile noch nirgends zu kaufen gesehen, und das wo ich innerhalb kürzester Zeit (in nur drei Monaten) bereits dreimal defekte Leuchtmittel austauschen musste. Die Wirtschaftlichkeit dürfte damit schon hinüber sein.

Sachdienliche Hinweise zu weiteren Bezugsmöglichkeiten werden dankend aufgenommen. Hier noch ein Bildchen vom Leuchtmittel. Vielleicht kann sich ja irgendwer einen Reim darauf machen und den Hersteller- bzw. Produktnamen enträtseln: "Zamp" oder "7Lamp" könnte das wohl heißen. Auf der Rückseite steht noch "2U 9W", aber dazu findet Google auch nichts, was dem hier entspricht.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Der Materialfluss

Mit Kleinkindern ist man ja schon einiges gewöhnt, z.B. das Gefühl zermatschter Naturalien unter der Schuhsohle: Kartoffeln, Möhren, Gurken, Trauben, Oliven,.. Eben alles was sich so unter dem Esstisch findet, wenn man noch nicht richtig mit dem Löffel umgehen kann. Ich wage zu behaupten, dass ich schon in so ziemlich alles Essbare mal reingetreten bin, was in unserer Küche verarbeitet wird. Aber das was an diesem besonderen Tag folgte, ist schon eine Ausnahme. Da schluppt man mal ausnahmsweise nur mit Pantoffeln durch die Werkstatt und was fühlt sich da unter meiner Sohle so glitschig an? Wer hat in meiner Werkstatt gegessen?

Niemand. Aber aus welchen Gründen auch immer ist da wohl eine Dose Acryllack ausgelaufen. Habe die Pfütze auch gleich weggewischt, meine Pantoffeln ordnungsgemäß aushärten lassen und entsorgt. Die waren sowieso fällig. Aber am nächsten Tag war die Pfütze schon wieder da. Da schien sich noch ein Liter hinter dem Regal versteckt zu haben, hinter das die Soße auch gelaufen ist. Prima. Material im Fluss. Panta rhei.

Montag, 18. Mai 2009

Außen Hui - Innen Pfui

Seit letzten Winter standen Sie im Schuppen und verstaubten zusehends, doch jetzt war die Zeit reif und wir haben sie endlich getauscht. Im Obergeschoss mussten die alten einfach verglasten Fenster modernen, wärmedämmenden Kunststofffenstern mit Isolierglas weichen. Nur 400,- Euro und einen Nachmittag Arbeit hat es gekostet, damit es von außen neu ausschaut. Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung an Schwager und Bruder!

Während es von außen eigentlich ganz passabel ausschaut, wartet innenseitig noch die ein oder andere Herausforderung auf uns: fünf zerstörte Fensterbänke, fünf renovierungsbedürftige Fensterlaibungen, ein runter gefallener Heizkörper und natürlich die ein oder andere altbautypische Überraschung, wie marode Balken oder größere Fehlstellen im Mauerwerk. Da werden wir wohl mit einem Nachmittag nicht ganz hinkommen.






Donnerstag, 14. Mai 2009

Bin ich Tofuphob?

Kürzlich auf dem Grillteller meiner Schwägerin gesehen. O-Ton: "Die Tofu-Würstchen unterscheiden sich geschmacklich kaum von echten Würstchen."

Ach was! Woran mag das liegen?

Nennt mich ruhig Tofuphob, aber da lebe ich lieber ungesund und esse die konventionelle Wurst.

Montag, 11. Mai 2009

Zwei Nieten, der Handtuchhalter und Ich

Auf der Suche nach interdisziplinären Befestigungsmöglichkeiten für Bad & WC habe ich mich auf gute alte Werte zurück besonnen. Wo andere nie wieder bohren wollten, habe ich kurzerhand zwei Popnieten reingezogen. Ich hätte ja sonst auch schlecht einen Dübel in unsere Waschmaschine setzen können.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Optimale Raumnutzung - Alles Latte


Das Kinderschlafgemach geht jetzt in Phase 3 (Phase 2, Phase 1): Um das Schlafen im eigenen Bett ein wenig attraktiver zu gestalten, haben wir jetzt einfach das Gitterbettchen entsorgt und eine Hälfte des Dachkämmerchens zum Bett ausgebaut und das ganze zur Schlafhöhle erklärt.

Die Bettkastenkonstruktion verzichtet der Einfachheit halber auf Füße und überspannt den Raum direkt von Wand zu Wand: 8 Stück 8x160mm Schrauben sollten genügen, um zwei erwachsene Gutenachtgeschichten-Vorleser, zwei noch nicht so erwachsene Von-Gutenachtgeschichten-garnicht-genug-Bekommer, Matratze und Katze zu tragen. Auf 2x1,40m knarzt jedenfalls nix.

Nur über die Farbgestaltung herrscht noch Uneinigkeit. Eine Holzlasur soll es aber werden.

160,- Euro für gehobelte Kanthölzer und Leimholzplatten

Freitragend musste es schon sein.

Jetzt nur noch die Latten einlegen


video Laura hat auch mit angepackt.

Matratze sitzt, passt, wackelt und hat Luft.