Müssen Spülmaschinen eigentlich immer gerade dann ihren Dienst einstellen, wenn man für das Wochenende Gäste geladen hat?
Vielleicht fühlte sich die gute alte Bosch, die bestimmt schon ihre 10 Jahre auf dem Buckel hatte, einfach nur ein wenig vernachlässigt und wollte unsere Aufmerksamkeit erregen. Sie trotzte schon eine ganze Weile: der Türgriff abgebrochen, das Türscharnier ausgenudelt, die Dichtung für die Spülmittelkammer verloren, Rost und fehlende Rollen an den Körben, insgesamt zu laut, zu durstig und spülen wollte sie auch nur noch widerwillig - vom Energieverbrauch ganz zu schweigen. Zuletzt hatte sie uns - vermutlich aus lauter Trotz - eine kleine Pfütze in die Küche gemacht. Pech für die Bosch, dass aus unserer Sicht das Maß längst voll, die Nerven blank und der Faden endgültig gerissen war, weshalb wir ohne Zögern die Treue kündigten und kurzerhand eine Neue kauften. Wo kämen wir da hin, wenn wir uns auch noch die Spülmaschine auf den Nasen herumtanzen ließen. Glücklicherweise ist das mit Haushaltsgeräten moralisch völlig unbedenklich - mit Kindern geht das ja so leider nicht, aber das ist ein anderes Thema...
Also Freitag Abend noch schnell die neue Maschine vom Händler abgeholt, die Alte raus, die Neue rein, die Front gewechselt. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Was soll ich sagen? Die Neue spült wie der Teufel und ist dabei so unglaublich sparsam im Wasser- und Energieverbrauch, dass sich die Anschaffung schon nach circa 14 Jahren amortisiert haben wird.
Apropos teuflisch: Wie verdorben muss die Welt eigentlich sein, dass man quasi ein und dasselbe Gerät - zumindest von der praktischen Seite betrachtet aus derselben funktionalen Äquivalenzklasse - über nicht weniger als vier Vertriebswege beziehen kann? Da laufen beispielsweise bei der
BSH GmbH Geräte vom Band, die - vereinfacht dargestellt - zum Schluss immer abwechselnd einen Bosch- oder einen Siemens-Aufkleber aufgedrückt bekommen. Und weil das nicht genug ist, teilen sich die Wege in jedem Vertriebshaus nochmals in separate Vetriebswege:
Exklusiv für den Fachhandel und
Standard für den Rest. Wozu der Fachhandel einen
exklusiven Vertrieb mit
exklusiven Gerätetypen braucht, hat sich mir noch nicht erschlossen, aber die praktischen Auswirkungen sind mir aufgefallen: Erstens braucht man zum Preisvergleich anstatt eines Kataloges vier, und zweitens bekommt man sogar im Elektrogroßhandel nur Geräte, die man auch ihm Mediamarkt kaufen könnte, nicht aber die, welche in Tante Emmas Staubsauger-und-Reumadecken-Lädchen um die Ecke zwar mit Aufpreis aber dafür
exklusiv im Schaufenster verstauben? Oder anders ausgedrückt: Ein Modell, zwei Marken, vier Typnummern. Ist das so eine Art privatwirtschaftlicher Protektionismus für Dieter Bürgy aka Lochfrass-Dieter und Konsorten?
Wir haben uns dann doch zugunsten eines Siemens Exklusiv-Modells vom Fachhändler entschieden, weil der a) vom Siemens-Vertreter bestochen und einen Preisvorteil gegenüber dem baugleichen Bosch-Gerät weitergeben konnte und b) termingerecht liefern konnte.
Das kann man jetzt gut finden - muss man aber nicht unbedingt.